Celebrate Diversity!

von Joyce Kronik

Ich gebe zu, es ist wahr, dass die Welt in den letzten Jahren zunehmend toleranter geworden ist. Vielleicht um ein kleines Stückchen. Nicht so viel, dass es einen drastisch gravierenden Unterschied machen würde, aber immerhin, besser etwas als gar nichts. Denn wie man so schön sagt: „Langsam nährt sich das Eichhörnchen“. Also sind die Seligen mal optimistisch und rühren sich nicht oder höchstens mal ihren kleinen Finger. Befindet sich das Thema Vielfalt heute an dessen Klimax, ist es aktuell wie eh und je oder ist es Schnee von gestern?

Heutzutage (good lord, ich rede schon wie die Generation 70+) beschränkt sich Diversität nicht nur auf die 5 großen Basics Nationalitäten, Geschlechter, Sexualitäten, Religionen und Aussehen, sondern die Auswahl ist doch um einiges größer.

Um die Frage trotzdem halbwegs zu beantworten „Even the most dreadful and unattractive person only needs to be loved and they will blossom like a flower”(The Grand Budapest Hotel). Also ist niemand vom Herzen aus gänzlich ein grässlicher Mensch, right? Und auch wenn der Schein diese Fata Morgana erzeugt, verbleibt sie letztendlich eine Illusion, die wir uns über die Zeit aus vielen kleinen Mosaikstückchen ersponnen haben. Letzendlich ist es doch wichtiger, welchen Weg diese Person im Leben einschlägt und egal, wie furchtbar die Person zu Anfang ist, es ist nie zu spät für die Erkenntnis der Änderung. Wir haben einen immensen Einfluss auf das Leben anderer Personen, auch wenn es nicht diesen Eindruck zeugt. Ich denke, dass wir das meiste aus unserer kurzen Zeit unserer Existenz machen sollten, wenn nicht für uns, auch für andere, sodass es längerfristig eine Änderung bewirkt. Denn jedes kleinste Bisschen trägt zum Besseren bei. Wenn du ein/e Heilige/r bist, sei ein nettes Vorbild. Es kann niemals zu viele Heilige geben. Na ja, vielleicht doch, aber das ist ein anderes Problem.

In dieser Welt der fortlaufenden Progression der Globalisierung spielen Nationalitäten noch immer eine große Rolle, obwohl sie eigentlich keiner großen Bedeutung zuteil sein sollten. Schließlich heißt es ja Globalisierung, duh. Trotzdem ist eine Frage nach der ursprünglichen Herkunft unausweichlich, vor allem, wenn man ein atypisches Aussehen für eine bestimmte Region aufweist. Manchmal fürchte ich mich vor der Frage, obwohl sie eigentlich nur eine ordinäre Frage ist und die meisten keine böse Absichten dahinter haben. Grundsätzlich sind oder fühlen sich viele von uns international, sodass eine eindeutige Antwort nur falsch wäre. Außerdem sind wir dem konstanten Einfluss des Kosmopolitismus ausgesetzt. Die Serien und Filme, die wir uns auf Netflix anschauen, sind größtenteils amerikanischen/britischen Ursprungs, unsere Sprache wird immer mehr zu einem Mischmasch, unsere Kleidung und Technik sind aus China/Indien/Taiwan, und geschweige von der Pizza, Nudel, Kebap. Wer ist jetzt noch Einheimischen hier, hmm? Daher ist es nichts anderes als irrsinnig dumm, andere Menschen nur aufgrund dessen zu verurteilen. Es gibt anstelle dessen so vieles, was verurteilt werden könnte, wie zum Beispiel ihr nerviges Verhalten. Das wäre legitim. Aber sie wegen ihrer Herkunft und ihrem Aussehen zu nerven, buh, ganz schlecht, nicht cool.

Investiere lieber deine Energie in wichtigere Sachen hinein, wie beispielsweise über die Kultur eines Landes oder unter anderem die Herkunft deiner Freunde (oder Weltfrieden und Umweltschutz) zu lernen. Lass dieses Geschenk der Internationalität, egal in welcher Form du sie erleben solltest, nicht in der Ecke vergammeln, sondern hole sie da heraus und freu dich darüber. Freu dich über die zunehmende Vielfalt, über Begegnungen mit anderen Menschen und ihren Geschichten, erfreue dich an der Einzigartigkeit jedes einzelnen Moments.

Homo-, Trans-, usw… Phobie ist ganz und gar nicht nett. Vor allem, es ist 2019, diese von jenen Phobien geplagten Menschen sollten mal endlich erwachsen werden. Menschen deswegen zu diskriminieren, das geht gar nicht. Viele LGBTQ+ folks haben es schon schwer genug, wir brauchen ihr Leben nicht zusätzlich erschweren. Anstatt ihr Selbstwertgefühl herunterzuschrauben, könnte man ihnen und ihre Identität gegenüber offen stehen. Weil weder das Geschlecht noch die Sexualität die Persönlichkeit definiert. Es ist toll, dass so viele junge Menschen und jetzt auch zunehmend Regierungen dies unterstützen. Ab dem 1.1. 2019 wurde die Ehe für alle in Österreich legalisiert sowie wurden non-binary und non-gender Toiletten an der Akademie der Bildenden Künste in Wien eingeführt.

Well, trotzdem besteht es eine gewisse Scheinheiligkeit in der Gesellschaft, in der wir feststecken. Es ist ziemlich spürbar, dass viele der Generation Z zwar immer diverser, aber dennoch immer gleicher werden. Alle sind scheinbar einzigartig, aber dennoch gleichen sie allen anderen. Der Mainstream oder das 0815 hat von vielen Besitz ergriffen, huch. Es wird eine gewisse Mode, Musik, Sprache, Aussehen, Technik, Fernsehen und gar Verhalten bevorzugt. Und das Prinzip ist ziemlich noch immer dasselbe: folgst du nicht der Gruppe, bist du out.

Ernsthaft, sei der Mensch, der du sein möchtest (außer du möchtest ein/e Diktator/In werden und den dritten Weltkrieg anzetteln, dann doch lieber nicht) und folge deinen Leidenschaften. Sei überzeugt von dem, was du tust (außer wenn du in deinem Bunker heimlich an Wasserstoffbomben arbeitest) und vergiss nicht, stolz auf dich selbst zu sein. Du magst vielleicht in den Augen anderer komisch erscheinen, aber was soll’s? Sei einzigartig, wie du es bist, lass anderen auch die Möglichkeit dazu, und greif anderen vielleicht unter die Fittiche, das ist ziemlich gut fürs Karma.

That’s diversity, people.

Loads of love,
Satan, aka Joyce

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