Die Khmer Rouge, wer waren sie eigentlich?

von Niklas Holzapfel

Vielfalt begegnet uns nicht nur in der Tier- und Pflanzenwelt oder im Schuhgeschäft auf der Mahü, sondern praktisch überall wo wir hinschauen. Rund acht Milliarden verschiedene Menschen leben in Hunderten von Kulturen und selbst in diesen gibt es zig unterschiedliche Berufsgruppen.

Im Rahmen des Themas „Lasst uns Vielfalt feiern!“ möchte ich Euch gerne über etwas informieren, dass mich nachdenklich gemacht hat:
Ich bin mit meiner Familie in den Weihnachtsferien für 16 Tage in Kambodscha gewesen (an alle Topographiebanausen: es liegt zwischen Thailand und Vietnam) und habe an einem Tag einen Ausflug zu dem „Tuol-Sleng-Genozid-Museum“ und den „Killing Fields“ unternommen. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht und auch nichts darüber gewusst. Ich steige also aus dem Tuktuk aus, spaziere auf Ersteres zu und bekomme einen Audioguide in die Hand gedrückt. Was ich in den nächsten zwei Stunden erfahren habe, hat mich zu tiefst schockiert. Vor nur 43
Jahren kamen die „Khmer Rouge“ (dt.: Roten Khmer) unter der Führung Pol Pots an die Macht in Kambodscha. Ihre Ideologie war der Agrarkommunismus – vereinfacht gesagt: die ganze Bevölkerung wurden dazu gezwungen als einfache Bauern zu leben und zu arbeiten. Die Mittel, die die Roten Khmer eingesetzt haben um an ihr Ziel zu gelangen sind zutiefst bedrückend. In nur drei Tagen haben sie etwa die
gesamten Einwohner der Hauptstadt Phnom Penh vertrieben. In Massen sind sie, unwissend was sie dort erwartet, den 17 Kilometer langen Weg zu den Killing Fields getrieben worden, wo sie schlussendlich hingerichtet und in Massengräber geworfen wurden. Ich bin neben einem Baum gestanden, an den vor 40 Jahren Babys mit dem Kopf voran geworfen wurden. Menschen mit Brille oder weichen Händen galten als intellektuell und wurden ebenso ermordet.

In den vier Jahren, in denen sie an der Macht waren, töteten die Khmer Rouge zwei Millionen Menschen, weil sie Handwerker, Künstler, Lehrer… – eben keine Bauern waren.
Lasst uns Vielfalt feiern! Denn nur so kann eine Gesellschaft existieren und vor allem voneinander profitieren.
Zwei wichtige Fakten noch zum Schluss: Weil damals keiner von den Massenmorden der Khmer Rouge gewusst hatte, hatten die Roten Khmer einen Sitz in der UNO und waren die anerkannte Regierung Kambodschas. Außerdem laufen derzeit immer noch Gerichtsverhandlungen von ehemaligen hochrangigen Mitgliedern.

Niklas Holzapfel, 7C
(Wer mit mir darüber diskutieren will, oder noch etwas wissen möchte kann mich
gerne in der Pause ansprechen.)


Die zwei Fotos habe ich gemacht, als ich vor Ort war.

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